AKW Grafenrheinfeld

MELDEPFLICHTIGE EREIGNISSE – AUSWAHL

Datum des Ereignisses: 3.5.2012
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Nicht spezifikationsgerechter Einsatz von Feinsicherungen”

Meldung des Betreibers:
Mit Meldung vom 07.05.2012 hat die Betreiberin des KKG dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit folgendes Ereignis gem. § 6 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt.
Betriebszustand vor dem Ereignis:
Abgeschaltet zur Revision
Beschreibung:
Aufgrund von Meldepflichtigen Ereignissen in anderen Anlagen “Nicht spezifikationsgemäßer Einsatz von Feinsicherungen” und der daraufhin erstellten WLN 2012/01 wurde im KKG eine Übertragbarkeitsprüfung durchgeführt.
Dabei wurden auf mehreren Baugruppen nicht spezifikationsgerechte Feinsicherungen vorgefunden.

Auswirkungen:
Auf Personen, Umgebung und Gesamtanlage keine.
Alle Sicherheitsfunktionen standen uneingeschränkt zur Verfügung.
Maßnahmen, Behebung:
Es wurde eine vollständige Überprüfung der Baugruppen des Reaktorschutzsystems, des Begrenzungssystems und der Störfallinstrumentierung durchgeführt. Nicht spezifikationsgerechte Feinsicherungen wurden dabei gegen spezifikationsgerechte ausgetauscht.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal)

Datum des Ereignisses:28.4.2012
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Befunde an Leiträdern von Sicherheitseinspeisepumpen”

Meldung des Betreibers:

Mit Meldung vom 03.05.2012 hat die Betreiberin des KKG dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit folgendes Ereignis gem. § 6 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt:
Betriebszustand vor dem Ereignis:
Abgeschaltet zur Revision

Beschreibung:
Im Rahmen einer Pumpeninspektion wurde an der Sicherheitseinspeisepumpe TH15 D001 an einer Leitstufe eine ausgebrochene Leitschaufeleintrittskante festgestellt. Parallel zur Instandsetzung werden die Sicherheitseinspeisepumpen der anderen Redundanzen inspiziert. An der Sicherheitseinspeisepumpe TH35 D001 wurde ein gleichartiger Schaden festgestellt. An TH25 D001 wurden im gleichen Bereich der Leiträder (Strömungseintritt) keine Ausbrüche, jedoch mittels Farbeindringprüfung mehrere Anzeigen festgestellt. In allen Fällen war keine Beeinträchtigung der Pumpenfunktion vorhanden.

Auswirkungen:
Auf Personen, Umgebung und Gesamtanlage keine. Die Funktion der Sicherheitseinspeisepumpen war jederzeit gewährleistet. Bei wiederkehrenden Prüfungen wurden keine Abweichungen (Druck/Durchsatz) festgestellt.

Maßnahmen, Behebung:
Defekte Leiträder werden ausgetauscht.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal)

Datum des Ereignisses: 26.4.2012
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Bruch von Niederhaltefedern an Brennelementen mit Stahl-Führungsrohren”
Betriebszustand vor dem Ereignis:
Abgeschaltet zur Revision

Beschreibung:
Aufgrund der Erkenntnisse über gebrochene Niederhaltefedern in einer anderen Anlage wurden im KKG Brennelemente mit Stahlführungsrohren im Bereich der Niederhaltefedern überprüft. Dabei wurden ebenfalls Brennelemente mit gebrochenen Niederhaltefedern festgestellt. Anhand des Bruchbildes können frei bewegliche Bruchstücke an den inspizierten BE ausgeschlossen werden. Die bisher vorgefundenen Brüche können 2 von 5 Federdrahtchargen zugeordnet werden. Die drei anderen Federdrahtchargen zeigten bei den Inspektionen keine Auffälligkeiten. Die Kernbeladung für den Folgekern erfolgt bei den Brennelementen mit Stahlführungsrohren ausschließlich mit Niederhaltefedern dieser Chargen.

Auswirkungen:
Auf Personen, Umgebung und Gesamtanlage keine. Die Niederhaltefedern haben die Aufgabe, die Brennelemente im Reaktorkern gegen ein unzulässiges Abheben im Normalbetrieb und bei anomalen Betriebszuständen zu sichern. Die Niederhaltekraft ist die resultierende Kraft aus Eigengewichtskraft des BE, den Auftriebskräften durch die Strömung des Primärkühlmittels und der Federkraft der Niederhaltefeder. Außerdem werden Längenänderungen durch Temperaturänderung ausgeglichen. Der abdeckende Lastfall ist der Lastabwurf auf Eigenbedarf, da es in diesem Fall zu einer kurzfristigen Erhöhung der Drehzahl der Hauptkühlmittelpumpen und damit zu einer Erhöhung der Auftriebskräfte durch erhöhte Strömung des Primärkühlmittels kommt. Es gab keine unzulässigen Auswirkungen.

Maßnahmen, Behebung:
Die zum Wiedereinsatz im 31. Betriebszyklus vorgesehenen Brennelemente mit Niederhaltefedern aus befundbehafteten Federdrahtchargen wurden repariert (Tausch von Federn aus befundbehafteten Federdrahtchargen gegen Federn aus nicht befundbehafteten Federdrahtchargen). Die restlichen Brennelemente mit Niederhaltefedern aus befundbehafteten Federdrahtchargen sollen im Nachgang zur Revision gegen neue Niederhaltefedern ausgetauscht werden.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 1.1.2012
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “RESA als Folge der Auslösung des Lastumschalterschutzrelais eines Maschinentrafos”

Meldung des Betreibers:
Mit Meldung vom 04.01.2012 hat die Betreiberin des KKG dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit folgendes Ereignis gem. § 6 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt:
Betriebszustand vor dem Ereignis:
Leistungsbetrieb

Beschreibung:
Während des normalen Leistungsbetriebs löste das Lastumschalterschutzrelais des Maschinentrafos AT02 aus. Als Folge wurden die Leistungsschalter zum 380-kV-Netz geöffnet und die Eigenbedarfsversorgung auf den 110-kV-Fremdnetztrafo BT03 umgeschaltet. Diese Umschaltung führte auslegungsgemäß zur Abschaltung mehrerer Komponenten, unter anderem von 2 Hauptkühlmittelpumpen mit RESA als Folge.

Auswirkungen:
Auf die Anlage: Keine
Radiologische Auswirkungen: Keine
Die Anlage befand sich nach der RESA im auslegungsgemäßen Zustand.
Maßnahmen, Behebung:
Nach Identifizierung des RESA-Auslösers und Freischaltung des Maschinentrafos AT02 konnte der Leistungsbetrieb mit dem Maschinentrafo AT01 wieder aufgenommen werden.
Als Ursache für die Abschaltung des Maschinentransformators AT02 wurde ein Defekt am zugehörigen Lastumschalterschutzrelais ermittelt. Das defekte Lastumschalterschutzrelais wurde gegen ein Reservebauteil ausgetauscht. Weitergehende Untersuchungen zum Lastumschalterschutzrelais werden noch durchgeführt.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal)

Meldung des Betreibers:
Mit Meldung vom 28.10.2011 hat die Betreiberin des KKG, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit folgendes Ereignis gem. § 6 Atomrechtliche Sicherheitsbeauftragten- und Meldeverordnung angezeigt:

Betriebszustand vor dem Ereignis:
Leistungsbetrieb

Beschreibung:
Im Rahmen der Normalisierung einer wiederkehrenden Prüfung des Sekundärkreisabschlusssignals in einer anderen Redundanz fiel dem Schichtpersonal auf, dass das Einspritzwasserregelventil 6RZ25 S002 der Dampferzeugerabschlämmung (Sekundärkreis) trotz bestehender Regelabweichung nicht gefahren ist.

Auswirkungen:
Auf die Anlage: Keine
Radiologische Auswirkungen: Keine
Maßnahmen, Behebung:
Der Schaltanlageneinschub mit dem nicht schaltenden Koppelrelais wurde kurzfristig gegen ein Reserveteil ausgetauscht.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie “N” (= Normal)

Datum des Ereignisses: 25.10.2011
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Kurzzeitige Unverfügbarkeit eines Einspritzwasserregelventils für die Dampferzeugerabschlämmung”

Datum des Ereignisses: 16.12.2010
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: Ultraschallanzeige an der Volumenausgleichsleitung am Verrundungsbereich des Thermoschutzrohres

Meldung des Betreibers:
Eine wiederkehrende Prüfung hat zu einer Ultraschallanzeige an der Volumenausgleichsleitung im Bereich des Verrundungsbereichs des Thermoschutzrohres geführt. Die Überprüfungen und Berechnungen haben ergeben, dass die Integrität des Rohres voll gewahrt ist. Der Betreiber hat den Befund vorsorglich und vorläufig als meldepflichtiges Ereignis gemeldet.

Einstufung durch den Betreiber:
Vorläufige Meldung der Meldekategorie “N” (= Normal),

Datum des Ereignisses: 9.12.2010
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Fehlauslösung des Reaktorschutz – Primärkreisabschlusssignals in einer Redundanz”

Meldung des Betreibers:
In der Spannungsversorgung einer elektronischen Baugruppe des Reaktorschutzes war eine Sicherung defekt. Die Sicherung löste in Teilbereichen einen Primärkreisabschluss aus. Dadurch wurden mehrere Komponenten auslegungsgemäß automatisch geschlossen. Der Ablauf war sicherheitsgerichtet.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal)

Datum des Ereignisses: 30.9.2010
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld: “Abschaltung des KKG aufgrund einer Eigenbedarfsumschaltung”

Meldung des Betreibers:
Am 30.09.2010 erfolgte eine automatische Umschaltung der Stromversorgung des KKG auf das Reservenetz, die Anlage wurde dabei auslegungsgemäß automatisch abgeschaltet. Das Ereignis ist auf ein Fehlsignal aus einem konventionellen (nicht-nuklearen) Bereich der Anlage, dem betrieblichen Blockschutz (Schutz des Generators und der Maschinentransformatoren) zurückzuführen.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 21.6.2010
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Nichtöffnen eines Batterieeinspeiseschalters der Gleichstromanlage für die Steuerstabantriebe”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen einer geplanten wiederkehrenden Prüfung während der derzeit laufenden Revision bei Anlagenstillstand öffnete ein Batterieeinspeiseschalter der Stromversorgung für die Steuerstabantriebe auf Grund eines fehlerhaften Relais nicht wie vorgesehen. Für das entsprechende Signal stehen drei weitere redundante Schaltungen zur Verfügung.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie “N” (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 19.6.2010
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Nichtschließen der Absperrarmatur VE14 S001 im gesicherten Nebenkühlwassersystem”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen einer geplanten wiederkehrenden Prüfung während der Revision bei Anlagenstillstand ließ sich eine Armatur eines Nebenkühlwassersystems nicht vollständig schließen. Die Überprüfung der gleichartigen Armatur im redundanten Nebenkühlwassersystem ergab deren volle Funktionsfähigkeit. Als Ursache wurde eine Schwergängigkeit erkannt.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 14.5.2010
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Anzeigen am Dichtungsgehäuse einer Hauptkühlmittelpumpe”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen der Revision 2010 wurden im KKG geplante Oberflächen-Prüfungen an den Gehäusen von Hauptkühlmittelpumpen durchgeführt. Dabei wurden an der Innenseite des Gehäuses einer Pumpe Befunde an der Oberfläche festgestellt.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Aufsichtsbehörde:
Das Ereignis hatte keine unzulässigen Auswirkungen auf den sicheren Anlagenbetrieb und die Umgebung. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die Einstufung des Betreibers bestätigt.

Datum des Ereignisses: 18.3.2010 “Befunde an austenitischen Kleinleitungen sonstig sicherheitstechnisch wichtiger Systeme”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen eines geplanten Prüfprogramms während der derzeit laufenden Revision bei Anlagenstillstand wurden an Kleinleitungen (Durchmesser 10 mm bzw. 15 mm) Korrosionsbefunde festgestellt. Leckagen lagen nicht vor. Die betroffenen Leitungen befinden sich außerhalb des Reaktorkühlkreislaufs und sind von untergeordneter sicherheitstechnischer Bedeutung.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Aufsichtsbehörde:
Das Ereignis hatte keine unzulässigen Auswirkungen auf den sicheren Anlagenbetrieb und die Umgebung. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die Einstufung des Betreibers bestätigt.

Datum des Ereignisses: 11.6.2009
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Leckage an einem Ausbaustück in der Saugleitung der Notnebenkühlwasserpumpe VE41 D001”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung wurde eine Undichtigkeit an einem Rohrleitungsstück der Notnebenkühlwasserpumpe VE41 D001 festgestellt. Die Notnebenkühlwasserpumpen, die zweifach redundant vorhanden sind, stehen im Normalbetrieb in Bereitschaft. Die Notnebenkühlwasserpumpe wird erst betrieben, wenn die Nebenkühlwasserpumpen, die insgesamt vierfach vorhanden sind, nicht mehr zur Verfügung stünden. Die sicherheitstechnische Funktion der Wärmeabfuhr war auch unter Berücksichtigung dieser Kleinstleckage zu jedem Zeitpunkt gegeben.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 7.5.2009
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Nichtansteuern eines VSV des FD-Abblaseabsperrventils RA40 S004 bei Durchführung einer Wiederkehrenden Prüfung”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung wurde ein Vorsteuerventil eines Frischdampf-Abblaseabsperrventils (Abblaseabsperrventil) nicht geöffnet. Die Funktion dieses Abblaseabsperrventils war dadurch nicht beeinträchtig, da ein zweites Vorsteuerventil zum Öffnen auslegungsgemäß zur Verfügung steht. Ursache war eine fehlerhafte elektronische Baugruppe. Aus Vorsorgegründen sind die Abblaseabsperrventile gemäß dem Redundanzprinzip mehrfach vorhandenen.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 10.4.2009
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Nichtstarten des Notspeisenotstromdiesels GY80 D001”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung an einem der vierfach vorhandenen Notspeise-Notstromdiesel startete dieser nicht. Ursache war ein mechanischer Defekt. Die weiteren drei redundanten Dieselaggregate standen uneingeschränkt zur Verfügung.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie “N (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 10.4.2009
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Nichtstarten des Notspeisenotstromdiesels GY80 D0012”

Meldung des Betreibers:
Im Rahmen einer Wiederkehrenden Prüfung an einem der vierfach vorhandenen Notspeise-Notstromdiesel startete dieser nicht. Ursache war ein mechanischer Defekt. Die weiteren drei redundanten Dieselaggregate standen uneingeschränkt zur Verfügung.

Einstufung durchN (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

Datum des Ereignisses: 11.3.2009
Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld (KKG): “Geringfügige Maßabweichungen an Steuerstab-Schraubenverbindungen”

Meldung des Betreibers:
Bei der Fertigung der oberen Stopfen für Steuerelemente wurde ein Sollmaß geringfügig unterschritten. Ein Teil der Steuerelemente mit Stopfen dieser Ausführung war für das KKG vorgesehen, kam dort aber noch nicht zum Einsatz.

Einstufung durch den Betreiber:
Meldekategorie N” (= Normal) Internationale Bewertungsskala INES = 0 (keine oder sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung)

DER RISS IST SEIT 29 JAHREN DA. NEUE STUDIE ÜBER DIE HAFTUNGSKOSTEN
Jetzt ist es raus: der Riss war schon vorher da.
Seit 29 Jahren kneifen die Kontrolleure in Kernkraftwerken die Augen zu.
Aber: wenn sie hier nicht genau schauen, dann schlampern sie auch woanders.
Man hat festgestellt, dass der Riss kleiner ist, als angenommen. Aber: die Hälfte des Risses sei bei den Justierungsargeiten wärhend der Inbetriebnahme der Anlage entstanden.
– Man darf also auch bei den anderen Kernkraftwerken von solchen Schäden ausgehen. (die nicht gefunden werden)

Billiger Atomstrom???

Der Spiegel berichtet, dass eine neue Studie über die Haftpflichtkosten bis zu einem Strompreis-Zuschlag von 4 Euro für die Kilowattstunde betragen würden.
Akws sind nicht versicherbar. Ein Versicherer müßte schon mindestens 6000 Milliarden Euro hinterlegen, um die größren Schäden (man hat die bisherigen Erkenntnisse aus Fukushima als Grundlage genommen) abzudecken. Diese Versicherungsassekurranz gibt es nicht.
Die Schäden und Folgekosten werden in jedem Fall auf die den Staat/die Bevölkerung gewälzt.
Öffnet externen Link in neuem FensterLink
AUFHEIZUNG DES MAINES

Laut Betriebsgenehmigung darf der Main bis zu 28 °C aufgeheizt werden.
(In Ohu/Isar sind es nur 25 °C).
Im Main dürften eher nur noch wärmerestistentere Fischarten existieren.
Der LINK zur bayerischen Behörde mit den einzelnen Messstellen.

Katastrophenplan – Offene Fragen
Viele offene Fragen zum Katastrophenschutzplan:

Die Landratsämter sind in Bayern auch Katastrophen­schutzbehörde.
Wer ist für die Durchführung und Koordination der notwendigen Rettungsmaßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zuständig?

– Gibt es eigens hierfür ausgebildete Katastrophenschutzkräfte und auch Reservekräfte?
– Wann war die letzte Großübung für so ein Ereignis? Wie klappen diese Übungen?
– Wie viele Busse gibt es im Umkreis, die zu jeder Tages- und Nachtzeit zur Verfügung stehen?
– Wie wird gewährleistet, dass bei Schnee- und Eisreichen Verhältnissen (wie in den letzten zwei Wintern) die zügige Abgabe (muss innerhalb von 12 Stunden eingenommen werden) von Jod­tabletten funktioniert?
– Wie lange ist die Haltbarkeit von Jodtabletten und wie wird geregelt, dass die Vorräte dement­sprechend erneuert werden?
– Was passiert mit den abgelaufenen Tabletten und wer zahlt die Entsorgung? Welche Kosten entstehen für die Jodtablettenvorräte?
– Wer darf an Kinder die Tabletten ausgeben? (Krümmel: die Kindergärtnerinnen dürfen den Kindern keine Jodttablette verabreichen!)
– Wer zahlt diese Vorräte und die Lagerungskosten in den Zentrallagern, im Landkreis, in den Gemeinden und den kreisfreien Städten?
-Welche Maßnahmen müssten bei Eintreten eines Atomunfalls, z. B. in Grafenrheinfeld, im Landkreis /in der Gemeinde ergriffen werden und wie wird die Bevölkerung informiert?
– Weiß die Bevölkerung bereits jetzt, wie sie handeln muss? Gibt es dazu regelmäßige Befragungen und Aufklärungen?
In z.B. folgenden Situationen:
– nachts, Sonn- und Feiertage, (Apotheken sind geschlossen), Urlaubszeiten,
– bei strengen winterlichen Verhältnissen (Glatteis, tiefen Minustemperaturen, tiefem Schnee,
– während Großveranstaltungen – wo sind dann die Busse, sind sie ausreichend?,
– kann bei einem größeren Störfall der Strom ausfallen?
– Wie wird die Bevölkerung informiert? (an den vielen möglichen Orten, wo sie sich gerade aufhält).
– Es ist durchaus mit Panikzuständen unter der Bevölkerung zu rechnen.
– Wie sehen die Planungen für Einrichtungen, Katastrophen- und Rettungsdienste dazu aus?
– Wird die Bevölkerung darüber informiert oder sogar mit einbezogen?

Was ist die Meinung der Kinderärzte?
– Wie viele kranke Kinder gibt kämen im Umkreis von 60 km dazu?
– Gibt es genügend professionelles Personal für die Psychische Betreuung? Usw.
Ein Kernkraftwerk darf jedes Jahr ganz legal etwa 30 Milliarden Becquerel radioaktive Schwebstoffe in die Umgebung abgeben. (Dauerbetrieb)

Wird den Umweltausschuss-Mitgliedern die Katastrophenschutz-Planung aushändigt?
Helfer im Notfall: Wegfall des Wehr- und Ersatzdienstes; wurde dies berücksichtigt? Werden die Helfer reichen? Gibt es genügend Ausrüstungen (Strahlenschutzanzüge, Atemschutz)

Wie wird gewährleistet, dass die Trinkwasserversorgung im Falle eines Ereignisses mit austretender Radioaktivität oder durch radioaktiven Niederschlag im gesamten Landkreis geschützt bleibt? Wie läuft die Versorgung mit unbelasteten Lebensmitteln (Babynahrung)?

Warum gibt es einen Katastrophenschutz-Plan, wenn die Kernkraftwerke so sicher sind??

Ein Rohraustausch: Brisante Reparatur, die sorgfältiger Planung bedarf. Der genaue Tag und die Dauer des Austausches muss aus Vorsorgegründen der Bevölkerung schon einige Tage vorher bekannt gegeben werden. Die Rettungsdienste sollten das auch wissen.
Wenn laut Betreiber alles “nicht so sicherheitstechnisch relevant” ist, dann sollten sie das auch tun. (Wenn sie es nicht tun, dann muss man dies einfordern.)
Echte Transparenz hat noch nie geschadet!

Die Stadt Schweinfurt gibt 1981 die IFEU ?Studie:
“Folgen von Unfällen im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld für die Bevölkerung der Stadt Schweinfurt” in Auftrag.
Es wurden drei Störfälle angenommen, die Folgen errechnet. Es sieht nicht rosig aus!
KKG GRAFENRHEINFELD
Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, nahe Schweinfurt durfte im
Film “Die Wolke”, von Gudrun Pausewang nicht genannt werden.
Doch alle, die das Buch gelesen haben wissen es besser.

Aktivisten der Gruppe BA-BI hatte, da war Frau Merkel noch Umweltministerin, beweisen, dass die Transportwege und Be- und Entladestellen der Castortransporte nach La Haque doch nicht so genau kontrolliert wurden, wie sie es gerne hätte.
Man fand heraus, dass der Transportwaggon immer derselbe ist, der für Grafenrheinfelds CASTOREN genutzt wurde. Daraufhin wurde ein kleines Zigarrenkästchen heimlich, aber mit Zeugen dokumentiert, an die Unterseite des Waggons befestigt.
Als der Transport nun in La Haque war ging man an die Presse, mit der Behauptung, die Wagen würden nicht oder nur schlecht kontrolliert.
Beweisen konnte man dies – mit Presse als Zeugen – als der Waggon zum nächten Abtransport im Schweinfurter Bahnhof stand:
das Zigarrenkästchen hing noch dran, es wurde nicht gefunden!
Zusammen mit den Schweinereien, die bei den Atomtransporten in und um die Strecke Gorleben entdeckt wurden, musste Umweltministerin Merkel die CASTOR-Transporte aussetzen.

Hier gehts direkt zur Seite von Robin Wood, die die Daten zusammengestellt haben.

Das KKG feierte seinen 25 Geburtstag am 24. Juni 2007:
Der Sicherheitsbeauftragte nannte die Aktivisten von BA-BI und Greenpeace “Dreckschweine”….

Atomkraftgegner von Greenpeace und BA-BI erinnern e-on an seine Verantwortung für den Atom-Müll.
Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld wird 25 Jahre.
Durch eine 24-seitige Zeitungsbeilage wurde die Bevölkerung umfassend über die “Verdienste” des Atomkraftwerkes informiert und zu einem Familienfest eingeladen. Von der Gefährdung durch ein Atomkraftwerk, dem Risiko einer über 25 Jahre alten Atomanlage, die ja mit dem Alter nicht sicherer wird, oder gar der ungelösten Endlagerfrage für hochradioaktiven und hochgiftigen Atom-Müll, war in der umfangreichen Broschüre keine Rede.
Aktivisten von Greenpeace Schweinfurt und der BA-BI erinnern den Betreiber mit einer Aktion auf dem Atomkraftwerksgelände an seine Verantwortung für den Atom-Müll.
Nachdem sich 9 Aktivisten getrennt aufs Gelände des Atomkraftwerks begeben haben, sollte ein Transparent aufgespannt werden.
Kurz vor dem verabredeten Zeitpunkt bemerkte BA-BI-Vorsitzender Hubert Lutz sehr deutlich, dass er von mehreren Personen beobachtet wurde. Gleich darauf wurde er auch von Sicherheitsingenieur Brand angesprochen. Sehr höflich aber bestimmt wollte er wissen was Herr Lutz in seinem Rucksack habe und wollte auch hineinschauen. Derweil konnten die anderen unbehelligt das Transparent “25 Jahre Atomstrom – 100 000 Jahre Atommüll” enthüllen und entsprechende Fotos machen.
Als Sicherheitsingenieur Brand die Aktivisten erblickte, vergaß er die Hr. Lutz gegenüber geübte Freundlichkeit und begrüßte Sie mit den Worten “Ihr Dreckschweine seit auch da”.
Da die Vertreter von Greenpeace und BA-BI nicht auf eine Eskalation aus waren, haben sie nach entsprechender Aufforderung ihr Transparent wieder eingeholt. Sicherheitsingenieur Brand hatte zwischenzeitlich auch die Deplatziertheit seiner Worte bemerkt und sich förmlich entschuldigt. Die zur Entschuldigung noch angebotenen Essen- und Getränkegutscheine lehnten die Kollegen jedoch dankend ab.
Von da an wurden die Atomkraftgegner bei jedem Schritt haarklein beobachtet. Auch hatte die Aktion wohl so viel Nervosität ausgelost, dass die Polizei alarmiert war und mit Blaulicht im Anfahren war. Mittlerweile hatten die Atomkraftgegner das Gelände unter Beobachtung, aber an sonsten unbehelligt wieder verlassen.

“Wenn die Laufzeit verlängert wird, demonstriere ich”
Gudrun Riederer (84) kämpfte an der Seite ihres Mannes von Beginn an gegen das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
Zu den glühendsten Kämpfern gegen das KKG gehörte der mittlerweile verstorbene Schweinfurter Stadtrat Karl Riederer (FDP). Seine Frau Gudrun war 1984 die letzte Privatklägerin, die das Handtuch warf. Sich selbst sieht die heute 84-Jährige “nur als Helferin und eine von vielen AKW-Gegnern”.

Frage: Frau Riederer, Sie und Ihr Mann haben von Anfang an gegen das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld gekämpft. Was war der Hauptgrund?
Gudrun Riederer: “Wir haben uns in erster Linie Sorgen um die Sicherheit der Bevölkerung gemacht.”
Haben Sie wirklich eine Chance gesehen, den Bau des KKG zu stoppen?
Riederer: “Gehofft haben wir das natürlich schon, vor allem nach dem Unfall 1979 in Harrisburg. Wir waren überzeugt, zumindest starke Veränderungen durchsetzen zu können.”
Immerhin haben die vielen Klagen, darunter die der Stadt Schweinfurt und von Privatklägern wie Ihnen, den Bau verzögert. War das die Sache wert?
Riederer: “Auf jeden Fall. Es war zwar eine sehr schwere Zeit, am Anfang auch ein finanzielles Risiko, weil wir noch nicht wussten, dass die Stadt uns unterstützt. Aber das Gefühl des Zusammenhaltes unter den AKW-Gegnern hat uns bewegt, weiterzumachen. Viele, die selbst nicht in der Öffentlichkeit kämpfen konnten oder wollten, haben uns gesagt: “Gebt nicht auf”. Als wir endgültig verloren hatten, war das sehr traurig.”

Vor gut 20 Jahren haben Sie als Letzte Ihre Privatklage aufgegeben. Heute sind Sie 84 Jahre alt. Ist Ihnen das Kernkraftwerk mittlerweile egal?
Riederer: “Überhaupt nicht. Wenn man in so einer Aktion tätig ist, muss man sich auf dem Laufenden halten. Ich bin immer noch Mitglied bei der BA-BI und bei “Mütter gegen Atomkraft”. Ich kann natürlich heute nicht mehr so viel tun und hoffe, dass sich jetzt die jüngeren Leute darum kümmern. Aber wenn die Laufzeiten verlängert werden, schleppe ich mich noch einmal zum Kraftwerk, um dagegen zu demonstrieren. Ein Gesetz darf man nicht nach Lust und Laune ändern. ”

*Das Gespräch führte Stefan Dietzer* , Schweinfurter Tagblatt vom