CCS – CO2 Speicherung

CCS (CARBON CAPTURE AND STORAGE):

Nach dem jüngsten Atomausstiegsbeschluss legen die Kohlekraftwerker wieder los. Da sie aber schon jetzt für 40% der CO2-Emissionen verantwortlich sind, verträgt sich das nicht mit den Klimaschutzzielen.
Das neueste Patentrezept der Regierung lautet nun: eine mehrere Tausendkilometermeterlange Leitung in die Nord- oder Ostsee zu legen und dort das Kohlendioxid zu verpressen.
Ein Mogelpackung:
– Wer übernimmt die Haftung, das das da drinnen bleibt? Laut Gesetzentwurf soll schon nach 30 Jahren die Haftung von den Konzernen auf die Allgemeinheit übertragen werden.
– die Idee der Pipeline ist ?versicherungstechnisch nicht absicherbar?.
– In den Speichergebieten (laut Bundesamt für Geologie und Rohstoffe, die halbe Fläche Deutschlands) sind allmähliche Ausgasungen und auch plötzliche Leckagen möglich CO2 ist unsichtbar, geruchlos und schwerer als Luft und kann sich in Senken ansammeln; es ist ab einer Konzentration von 8% tödlich für Lebewesen.

Das verflüssigte und mit hohem Druck in den Untergrund gepresste CO2 verdrängt das dort befindliche hoch konzentrierte Tiefensalzwasser. Indem dieses seitlich und nach oben ausweicht, vermischt es sich mit dem Grundwasser, welches dadurch kontaminiert und unbrauchbar wird.

Für den Aufwand (eigene Abscheidefabrik, Transport, Verpressung) würden dafür sorgen, dass mind. 30 % mehr Kohle verbrannt werden muß. Also mehr Tagebaue und mehr Kraftwerke und mehr Kohletransporte, mehr Ausbeutung der Arbeiter in Übersee.

Das CCS-Verfahren und die Anlagen dafür sind so teuer, dass sich die Stromerzeugungskosten annähernd verdoppeln würden.

Gewinner sind die Konzerne, kurzfristige Gewinne, staatliche Förderungen (wozu zahlen wir eigentlich Steuern?), und schon nach 30 Jahren Haftungsfrei!

Für unser Überlegen bleibt uns nur ein relativ kleines Zeitfenster, deshalb haben wir keine Zeit für große und teuere Tests und Spielchen.
Laßt uns JETZT das tun, wovon wir schon wissen, dass es sofort funktioniert und ungefährlich ist.

Öffnet externen Link in neuem FensterLINK zur Initiative
KEINE CO2-SPEICHERUNG IN NORD- UND OSTSEE!
Letzte CCS-Planung (Vattenfall in der Lausitz) gekippt.

Der Konzern muss jetzt alle Planungen stoppen und die Erkundungserlaubnisse zurückgeben. Die brandenburgische Landesregierung muss endlich auf Klimakurs gehen und sich von der Braunkohle verabschieden.
Aber die Regierung berät weiterhin über die Einführung des Gesetzes!

Die Regierung und auch Europa hält an der CCS-Speicherung fest.

Die BI: Öffnet externen Link in neuem Fensterw.kein-co2-endlager.de/ hat eine Volksinitiative in die Wege geleitet, um dies zu verhindern. Die Einzige sichere Möglichkeit, CO2-Endlager in Schleswig-Holstein sowie Nord- und Ostsee zu verhindern besteht in einem völligen Verbot von CO2-Endlagern in Deutschland.

Hintergrund:
Das bereits vor zwei Jahren geplante Gesetz zur unterirdischen CO2-Speicherung wurde durch den massiven Widerstand der Bevölkerung, der Kommunal- und Landespolitiker, der Wasser, Bauern- und Fischereiverbände und nicht zuletzt der Umweltorganisationen sowie der Bürgerinitiative gegen das CO2-Endlager verzögert.
Nun hat die Bundesregierung einen neuen Anlauf unternommen, ein Gesetz zur Erforschung und Erprobung der CO2-Endlagerung auf den Weg zu bringen. Nachdem die Bundesregierung feststellen musste, dass der Weg einer CO2-Endlagerung an Land zu steinig ist, plant sie jetzt auch die CO2-Verpressung in der Nordsee.
Der Durchsetzungswille der Bundesregierung für diese nicht versicherbare Hochrisikotechnologie ist so groß, dass noch nicht einmal die Untersuchungsergebnisse eines EU-Forschungsprojektes zu den Folgen eines CO2-Austritts im Meer abgewartet werden sollen.
Auch die Dichtigkeit der vor Norwegen im letzten Jahrzehnt angelegten CO2-Endlager soll erst nach der Genehmigung von Demonstrationsendlagern in der Nordsee abschließend erforscht werden. Da die Auswirkungen eines CO2-Endlagers rund hundert Kilometer weit reichen können, wären das Wattenmeer, die Inseln und Halligen sowie die Nordseeküste in Gefahr. CO2-Austritte können dazu führen, dass sich Kalkschalen bildende Arten zurückziehen und es zu einem Artensterben in Teilen der Nordsee käme.
Mit nur zwei Änderungen kann das derzeitige Forschungs- und Entwicklungsgesetz nach 2017 in ein Gesetz zur industriellen CO2-Endlagerung umgewandelt werden!

Mit freundlichen Grüßen
vom Newsletter-Team der BI gegen das CO2-Endlager

ABSPALTUNG UND VERPRESSUNG VON CO2 BEI DER STROMHERSTELLUNG DURCH FOSSILE
CO2-Speicherung abgeblasen – rechtzeitiger Widerstand erfolgreich
ein neues, teureres Feigenblatt der großen Kohlekraftkonzerne.
Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Lagerung von Kohlendioxid
(CCS = Carbon Capture and Storage)

CO2-Speicher abgelehnt
Dänemark hat es abgelehnt CO2-Abscheidung und -Speicherung an Kohlekraftwerken zu bauen. Vattenfall hatte vor im jütländischen Aalborg ab 2013 in einer Sandsteinschicht in zwei Kilometer Tiefe zu verpressen. Man will erst die Erfahrungen im Ausland prüfen und dann neu entscheiden.
Auch im niederländischen Eemshaven wird vorerst kein CO2 im Erdreich gespeichert. Vattenfall-Tochter Nuon hat sich von dem dort entstehenden Kraftwerk verabschiedet. Das Kraftwerk soll mit Erdgas gefeuert werden.
Letztes Jahr hatte die norwegische Regierung Bedenkzeit zum Thema erbeten. Die Investitionsentscheidung für ein großes Testprojekt ist auf frühestens 2016 verlegt worden.
(aus Neue energie 5/2011)

An weiteren CCS-Standorten regt sich Widerstand:

Landkreise Nordfriesland und Schlesswig:
Die Petition findet sich auf der webseite.
http://www.kein-co2-endlager.de/

Niedersachsen:
Risiko für die Länder und Landkreise unbekannt!
Der Energiekonzern RWE plant bereits bis 2014 in Hürth, NRW, ein neues, hochmodernes Braunkohlekraftwerk zu errichten, das CO2 unterirdisch speichern kann. Die geplante Lagerstätte für das Treibhausgas liegt jedoch nördlich von Husum in Schleswig-Holstein, eine mehrere 100 km lange Pipeline soll das KW und die Lagerstätte verbinden. Der BUND warnt, dass die Probleme des Transports von CO2 aus Kraftwerken zu Lagerstätten bislang völlig ungeklärt sind
Der BUND Niedersachen bekam eine Karte mit den Planungen einer CO2-Pipeline vom Ruhrpott bis an die friesische Küste zugespielt:
http://www.bund-niedersachsen.de/content/presse_publikationen/2646.php

Unterstützung der Petitionen, Unterzeichnen der Unterschriftenlisten und Rückendeckung in monetärer und emotionaler Hinsicht sollte nun von vielen Regionen kommen.
Nur, wenn wir auch dieses teuren Quatsch verhindern, werden Stein- Braun- und Kohle- und Schwerölkraftwerke früher abgeschaltet.
Die Vertreibungen der Bewohner der Dörfer und die “Umgestaltung” ganzer Landkartenflächen muss endlich ein Ende haben. – Die Erneuerbaren und Vermeidungslösungen können unseren Energieverbrauch schon längst befriedigen.

Brandenburg – Lausitz:
Jänschwalde: Vattenfall will nach der Niederlage in Dänemark in der Lausitz
weiter baggern. Sie verhandlosen das Projekt als “Demonstrations”-Projekt. Widerstand organisieren hier die Piratenpartei und die Grüne Liga. Ein sehr informatives Papier gibt es hier : http://www.lausitzer-braunkohle.de/

Forschungsgelder für CCS-Verpressung?
Es gibt ein EU-Förderprogramm; 2011 sollen die förderungswürdigen Projekte aus ganz EU ausgewählt werden. Derzeit laufen die Bewerbungen.

Finnland zieht CCS-Projekt zurück
der größte Stromerzeuger Finnlands, Fortum, stelle nun sein CCS-Projekt Meri-Pori ein. Es sollte ein europäisches Pilotprojekt werden. Aber: Fortum zieht sich aus der Kohleverstromung zurück. Man konzentriere sich auf CO2-freie Stromerzeugung mit Kernkraft und Wasserkraft sowie die Strom- und Wärmeproduktion in Kraft-Wärme-Kopplung.

CCS E.on steckt zurück
e.off wird sich nicht länger am Wettbewerb um die erste Großanlage zur CO2-Abscheidung und -Speicherung in Großbritannien beteiligen. Der Grund: das 1600 MW-Großkraftwerk Kingsnorth kann derzeit wegen des wirtschaftlichen Umfeldes nicht gebaut und so gebe es für das Projekt keine Grundlage (und für E.off keine Knete).
Eon würde aber schon so eine Abscheidungsanlage bauen und zieht damit jetzt nach Niederlande zum “Maasvlakte-Projekt”.

Publikationen zu CCS:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Service/publikationen,did=365430.html,
http://www.openpr.de/news/454935/Bundeswirtschaftsministerium-scheut-Offenlegung-brisanter-Inhalte-des-CCS-Gesetzentwurfs.html ,

Widerstand wächst überall:
http://www.openpr.de/news/458887/Widerstand-gegen-die-Errichtung-von-CO2-Endlagern-waechst-Buerger-kuendigen-heissen-Herbst-an.html